Von Hörgeräten und Brillen zu Hearables und bionischen Augen

8th November 2017
Posted By : Alice Matthews
Von Hörgeräten und Brillen zu Hearables und bionischen Augen

Hörgeschädigte mussten jahrelang Geräte tragen, die Umgebungsgeräusche verstärken, um ihr Gehör zu verbessern. Doch mit immer besserer Technologie, haben diese Geräte Fähigkeiten entwickelt, die auch für Normalhörende nützlich sind. Folglich stecken sich heutzutage auch Nicht-Hörgeschädigte Sachen ins Ohr, mit denen sie besser hören können. 

von Mark Patrick, Mouser Electronics

In den sogenannten Hearables sind erstaunliche Funktionen in einem Kopfhörer-großen Gerät untergebracht, und die Abgrenzung zwischen Hörhilfen und Verstärkung des Hörvermögens verschwimmt immer mehr.

Die Evolution der Hörgeräte
Hearables, also audio-basierte Wearables die ins (oder um das) Ohr passen, sind im Technologie-Sektor momentan sehr angesagt. Ungefähr so groß wie Kopfhörer, können sie aber weit mehr als nur Musik spielen; sie können Aktivitäten messen, Anrufe annehmen und (wie bereits erwähnt) das Gehör verbessern.

Tatsächlich sind Hearables eng mit einer Technolgoie verwandt, die es seit Jahrzehnten gibt – dem einfachen Hörgerät. Viele Funktionen, wie Geräuschfilterung, kabellose Übertragung und Anrufannahme, gibt es in Spitzen-Hörgeräten schon länger. Einige von uns erinnern sich an die Hörgeräte von früher. Diese einfachen Geräte wurden meist über dem Ohr getragen und waren, wegen der darin enthaltenen sperrigen Batterien und Elektronik, ziemlich groß. Moderne Hörgeräte sind ganz anders. Zwar gibt immer noch solche, die über dem Ohr getragen werden, die neuesten Modelle sind aber so klein, dass sie kaum auffallen und die innovativsten passen bequem in den Gehörgang. Diese Neuheiten verstärken nicht nur das Gehör, für Audiostreaming über Bluetooth verbinden sie sich auch mit Smartphones oder Fernseher, filtern Umgebungsgeräusche heraus um die Konzentration bei einer Unterhaltung zu stärken oder verbinden sich mithilfe von ITTT mit dem Smart Home, um zum Beispiel Lichter an- und auszumachen, wenn das Hörgerät Nachts ausgeschaltet wrid. 

Verbessertes Hören
Viele der coolsten Funktionen heutiger Hearables kommen von Technologien, die von der Hörgeräteindustrie entwickelt wurden. Hörgeräte sind auf den jeweiligen Nutzer angepasst und für ihn eingestellt. Das geschieht über ein Audiogramm, einen speziellen Hörtest, mit dem Frequenzen geprüft werden, die eine Person nicht hören kann. Um den Hörschaden zu kompensieren, verstärkt das Hörgerät genau diese Frequenzen.

Hörgeschädigten hilft dieses einstellbare Frequenzverhalten dabei, wieder normal zu hören. Bei normal Hörenden verbessert das einstellbare Frequenzverhalten das Hören. So kann man beispielsweise ein Konzert besser genießen, oder als Naturfotograf Tiere im Wald besser hören.

Fortschrittliche Hörgeräte haben auch Audio-Filter, die Sprache in lauten Umgebungen aufgreifen. Egal ob in einer vollen Bar oder an einer lauten Straße, durch die Nutzung von Richtungsmikrofonen und Signalverarbeitung, die Stimmen von den Umgebungsgeräuschen unterscheidet, können wir unsere Freunde mit diesen Geräten auch in den lautesten Umgebungen hören. Mit dieser Technologie können Hörgeschädigte Geräusche ermitteln, aber auch für den Rest von uns bieten sie viele Vorteile. Der Wearables-Markt hat das inzwischen auch festgestellt. Unternehmen wie Doppler Labs haben solche Funktionen bereits in ihre Hearables eingebunden.

Verbessertes Sehen
So wie Hearables unser Gehör verbessern, könnten andere Wearables oder Implantate unsere Sinneswahrnehmungen auf ganz andere Art steigern. Kontaktlinsen, ursprünglich entwickelt um Sehstörungen zu korrigieren, werden heute als potentielle Mittel zur Verbesserung der Sehfähigkeit angesehen.

In der technischen Universität École polytechnique fédérale in Lausanne haben Forscher Teleskop-Kontaktlinsen entwickelt. Durch die Nutzung winziger Aluminiumspiegel erreichen diese Linsen einen 3-fachen Telezoom. Tragen Nutzer diese Linsen zusammen mit zoomregelnden Brillen, können sie mit einem Augenzwinkern zwischen normaler und vergrößerter Ansicht wechseln.

Bionische Teleskop-Augen reichen noch nicht? Wie wäre es mit Kontaktlinsen, die fotografieren können? Google, Samsung und Sony haben Kontaktlinsen patentiert, die digitale Fotos aufnehmen können. Sony geht dabei am ehrgeizigsten vor. Die Kontaktlinsen sollen mit Autofokus-, Bildstabilisierungs- und Zoom-Funktionen ausgestattet sein. Wie oft man für jede einzelne mit den Augen zwinkern muss, steht aber noch nicht fest.

Neben Telezoom- und fotografierenden Linsen sind die Möglichkeiten für erweitertes Sehen praktisch grenzenlos. Es könnte zum Beispiel Brillen geben, die das Infrarot- und Ultraviolett-Spektrum sichtbar machen, oder solche mit Instant Replay, die eine Aufzeichnung in Zeitlupe wiedergeben.

Eine erweiterte Zukunft
Ursprünglich wurden Hörgeräte entwickelt, um denjenigen zu helfen die ihr Gehör verlieren, doch sie haben vielen der jetzt bestehenden Technologien, wie Geräuschfiltern, den Weg geebnet. Inzwischen wurden sie auch für Hearables auf dem Massenmarkt adaptiert. Von der Geräuschunterdrückung bis hin zum Audio-Stream quer durch den Raum, damit wir unsere Musik genießen können – Hearables zeigen uns was möglich sein könnte, wenn wir unsere Sinne mit Hilfe von Technologie erweitern. Egal ob Kopfhörer für besseres Hören oder Kontaktlinsen die uns über das normale Lichtspektrum hinaus sehen lassen, die Zukunft mit Augmented Reality könnte nur ein Wearable weit entfernt sein.





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